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Auf Entdeckungsreise in Kampanien
ist reich an Natur- und Kulturgütern, die die UNESCO als "Zeugnisse vergangener Kulturen und einzigartige Naturlandschaften, deren Untergang ein unersetzlicher Verlust für die gesamte Menschheit wäre" benannt und in ihre Liste des Welterbes aufgenommem hat: das "Historische Zentrum von Neapel" (1995), das "Königliche Schloss in Caserta mit Park, Aquaedukt und San Leucio" (1997), die "Archäologischen Stätten von Pompeij, Herculaneum und Torre Annunziata" (1997), die "Kulturlandschaft Küste von Amalfi" (1997) und der "Nationalpark Cilento und Vallo di Diano mit Paestum, Velia und der Kartause von Padula" (1998). "Einzgartigkeit", "Authenthizität" (historische Echtheit) und "Integrität" mit der Betonung auf einer gelungenen Wechselbeziehung zwischen Kultur- und Naturgütern werden als Kriterien genannt.
Ausgangspunkt dieser kleinen Rundreise durch Kampanien ist Santa Maria di Castellabate im Cilento. Der malerische Fischerort konnte sich trotz gestiegener touristischer Beliebtheit seine Identität bewahren. Umschlossen von den Landzungen "Punta Licosa" und "Punta Tresino" liegt er umrahmt von kilometerlangen, unverbauten Sandstränden; im Halbkreis angereihte Fischerhäuschen, Restaurants, Bars und alte Palazzi charakterisieren seine Altstadt, am "lungomare" dominiert der imposante Turm der Aragonesen und die kleine bunte "Santa Maria a Mare", eine von der einzigen lokalen Keramikwerkstatt angefertigte Madonnenstatue, wacht als Schutzpatronin über seine Bewohner. Ein lebhaftes Treiben rund ums Jahr machen Santa Maria di Castellabate zu einem idealen Urlaubsziel, um sich in das süditalienische Leben einzufühlen, in der Sonne zu träumen und die Seele baumeln zu lassen, kurz: Ruhe, Erholung und Genuß pur! Aber der Ort ist auch der ideale Ausgangspunkt für kurze und längere Entdeckungsreise in die Natur, Kultur und Geschichte des Cilentos und Kampaniens.
Castellabate (278m) mit seiner im Jahre 1123 vom Benediktinerabt Costabile Gentilcore aus Cava dei Tirreni zum Schutze vor den Sarazenen erbauten Burg dominiert die Bucht. Der mittelalterliche Ort mit seinen verwinkelten Gassen, niedrigen Bogendurchgängen und steilen Treppen ist zurecht stolz auf seine historische Altstadt. Alle Wege führen zu seiner "piazza", Inbegriff des süditalienischen "dolce vita". Einen Aperitivo an der Bar und ein Schwätzchen auf der Steinmauer ... bei Sonnenuntergang genießen Einheimische und Besucher den herrlichen Blick nach Süden! Ein Tipp: Vom "Belvedere" unterhalb der Burg schweift der Blick über die ganze Bucht! Santa Maria di Castellabate mit seinen herrlichen Stränden, San Marco di Castellabate mit seinem Hafen, Lago, eingebettet in mediterranes Grün ...
Unberührte Landschaft und Natur, hohe Berge, tiefe Schluchten und malerische Dörfer bestimmen das Hinterland des Cilento. Eine gelungene Mischung aus Natur, Geschichte, Kultur, Tradition und "cucina cilentana" erwartet den Besucher. In Capaccio lohnt ein erster Halt. Wer möchte sich schon den echten "mozzarella di bufala" entgehen lassen? Alle "caseifici" haben eine Laden, in dem sie ihr Produkt frisch verkaufen, denn Mozzarella schmeckt am besten, wenn man ihn am gleichen Tag seiner Herstellung genießt! Ein wichtiger Tipp: niemals im Kühlschrank aufbewahren, nur in seiner Lake und bei Zimmertemperatur! Auch im Hochsommer! Einige Ausflugsziele im Landesinneren sollte man ins Programm nehmen. Da wäre im nördlichen Cilento Castel San Lorenzo mit einer Weinprobe in der Cantina Sociale "Val Calore". Der "Barbera" verdient alle seine Auszeichnungen! Oder Roscigno Vecchia. Anfang des 20. Jahrhunderts von einem Erdrutsch bedroht, wurde der Ort von seinen Bewohnern verlassen; heute schlummert er mit seinen halbverfallenen Häusern, die sich um die Piazza "Giovanni Nicotera" mit der Dorfkirche und dem Brunnen reihen, leise vor sich hin und vermittelt seinem Besucher hautnah das Leben der "alten Cilentani". Einen Abstecher lohnen die Grotten von Castelcività und die WWF-Oase von Felitto. Die Dörfer im bergigen Hinterland sind eine Oase der Ruhe und Beschaulichkeit, und die Alten, die vor der Bar in der Sonne sitzen und den Fremden ein wenig mißtrauisch unter der Hutkrempe hervor anblinzeln, erklären, daß dies der wichtigste Grund für die vielgerühmte cilentanische Langlebigkeit ist. Im südlichen Cilento ist der verlassene Bergort San Severino Centola den Aufstieg wert, daneben eine Reihe kleiner Orte im Raum von Roccagloriosa.
Goldfarbene Sandstrände, rauhe Felsklippen und verschwiegene Buchten, unterbrochen von kleinen bunten Fischerorten und Häfen, bestimmen die "Costiera Cilentana". Die Liste der Küstenorte, die es zu besuchen lohnt, ist lang: Agropoli mit seiner malerischen Altstadt, in der das "quartiere arabo" an die Belagerung der Sarazenen im Mittelalter erinnert, Acciaroli, das Ernest Hemingway bei seinem Aufenthalt im Jahre 1953 besuchte und liebgewann, Pioppi mit seinem Meereskundemuseum im ehrwüdigen Palazzo Vinciprova aus dem 17. Jh., Marina di Casalvelino und Marina di Ascea mit ihren herrlich langen und unverbauten Sandstränden, an denen man über meterhohe Dünen wandern kann, Pisciotta, dessen völlig intakter Ortskern zusammengedrängt auf einen 170m hohen Hügel thront, und das berühmt ist für sein Olivenöl, in dem die mit nach antiken Vorlagen geknüpften Netzen gefangenen Sardellen, die "alici di menaica", eingelegt werden, Palinuro mit der "Blauen Grotte", die als Naturerlebnis der berühmten "Grotta Azzurra" von Capri in nichts nachsteht, Marina di Camerota, dessen Küste man am besten mit dem Boot erkundet, der Golf von Policastro mit dem kleinen malerischen Fischerort Villammare und dem Städtchen Sapri mit dem berühmten Meerfelsen Scialandro ... gemeinsam haben alle diese kleinen Orte das tiefblaue, klare und saubere Thyrrenische Meer!
Die antike Tempelstadt Paestum, von den alten Griechen "Posedonia" genannt, war eine der reichsten Städte der Magna Graecia. Anfang des VI. Jh.v. Chr. von Griechen aus Sybaris errichtet, ging es im Jahre 273 v.Chr. an die Römer über, die das Amphitheater, die Thermen und das Forum zubauten. Im V. Jh. n. Chr. wurde es in eine Diözese verwandelt, um schließlich im VII. Jh. verlassen zu werden. Die "Piana del Sele", eine sumpfige Ebene, die sie umgab, war der Herd vieler Krankheiten, und seine Bewohner zogen in die umliegenden Bergregionen ab. Jahrhundertlang standen die Ruinen von Paestum vergessen im Sumpf, bis sie Mitte des 18. Jh. wiederentdeckt wurden. Heute gehören die Tempel von Paestum zu den besterhaltenen Zeugen der altgriechischen Kultur. Die altgriechische Stadt Elea, von den Römern später Velia getauft, wurde 540 v Chr. von den Phocäern erbaut. Damals noch vom Meer umspült und mit dem schiffbaren Alento zu seinen Füßen, war der Siedlungsplatz sowohl aus strategischen als auch wirtschaftlichen Gründen ideal gewählt! Ihren Ruhm jedoch verdankt das antike Velia seiner philosophischen Vergangenheit. Xenophanes, Paramenides und Zenon, geistige Vorbereiter der klassischen griechischen Philosophie Platons und Aristoteles, legten im 5. Jh.v. Chr. mit ihrer Philosophenschule der Eleaten den Grundstein zur Blütezeit Velias. Der Blick durch die Porta Rosa, deren Bogen vielen Archäologen als der älteste bislang entdeckte gilt, bietet ein atemberaubendes Panorama!
Das Landesinnere des Cilento bestimmen die Berge. Der Blick schweift über dichte Wälder, grüne Täler und unwegsame Schluchten. Der Küste am nächsten liegt der Monte Stella (1130m), dessen Gipfel man zu Fuß in ca. 2 Stunden erklimmen kann, aber auch mit dem Auto erreicht. Es picknickt sich hervorragend hier oben! Ein Rundum-Panorama bietet der Monte Gelbison oder "Sacro Monte", der Heilige Berg, der mit 1705m Höhe das Städtchen Vallo della Lucania dominiert. Die Wallfahrtskirche und das Kloster, der "Santuario della Madonna del Sacro Monte", gegründet von den basilianischen Mönhcen im X. Jh., sind von Mitte Mai bis Ende September das Ziel tausender Pilger aus ganz Süditalien. Nordöstlich von Vallo della Lucania erhebt sich der höchste Gipfel des Cilento, der Monte Cervati (1899m); sternenförmig führen mehrere Wege hinauf zur Pilgerkirche Madonna della Neve. Die schönste Aussicht über das südliche Cilento mit seinem grünen Hinterland, dem Golf von Policastro und Palinuro bietet der Monte Bulgheria (1225m).
Im Jahre 1296 gelangte Tommaso II. Sanseverino in den Besitz Padulas im Vallo di Diano. Fasziniert von der Grangia di San Lorenzo des Abtes von Montevergine, wurde ihm diese in einem Tauschvertrag übertragen; er machte sie später den Karthäusern von San Brunone zum Geschenk. Am 28. Januar 1306 begannen die Arbeiten am Karthäuserkloster von San Lorenzo, das sich dann im Laufe der Jahrhunderte zu seiner späteren Pracht entfaltete. Heute ist die "Certosa di San Lorenzo" nach langjährigen Restaurierungsarbeiten in ihrer ehemaligen Schönheit zu bestaunen!
Die Altstadt Padulas mit dem Geburtshaus-Museum von Joe Petrosino, der, in der zweiten Hälfte des 19. Jh. nach Amerika ausgewandert und dort in die Polizei eingetreten, seine Lebensaufgabe in der Bekämpfung der Mafia sah, ist einen Besuch wert! In der Umgebung von Padula lohnen sich Abstecher in die mittelalterliche Festungsstadt Teggiano, mit ihren zahlreichen Kirchen voller Kunstgegenstände, zum restaurierten "Battistero Paleocristiano Marcellianum", einem Baptisterium aus dem Jahre 306-309 und in die Tropfsteinhöhlen der Grotta di Pertosa. Die Besucher werden mit kleinen Booten in das Grotteninnere gezogen.
Zwischen der Amalfiküste und dem Cilento liegt die Hafenstadt Salerno, überragt von seiner Burg Arechi aus dem VII. Jh.; heute birgt ihr Inneres ein hübsches Keramikmuseum, und man hat einen herrlichen Blick über den Golf von Salerno. Die pittoreske Via dei Mercanti führt in die Altstadt, das "centro storico", ein Labyrinth von Gassen und Gässchen; in den kleinen Geschäften findet man auch heute noch Polsterer, Schreiner und, Schmiede, die ihrem Handwerk wie einst nachgehen. Der "lungomare", an dem sich jüngst restaurierte, alte Herrschaftshäuser aneinander reihen, ist heute vor allem wegen seines Nachtlebens bekannt. In den Gewölben und ehemaligen Lagerräumen wurden zahlreiche Restaurants, Trattorien und Bars eingerichtet, die jung und alt aus der ganzen Provinz anlocken. An Sehenswürdigkeiten hat die Stadt einiges zu bieten, sicherlich herausragend sind der dem Hlg. Matthäus gewidmete Dom San Matteo aus dem Jahre 1079, einer der bedeutendsten romanischen Kirchenbauten Süditaliens und die ehemalige Kirche San Gregorio, die das "Museo della Scuola Medica Salernitana" beherbergt. Die Tradition der "Medizinschule von Salerno" geht zurück auf die eleatische Philosophenschule von Velia; einen wichtigen Beitrag für ihre Fortsetzung leisteten im 7. Jh. die Benediktiner des Klosters San Benedetto, im Mittelalter zählte Salerno zu den wichtigsten medizinischen Zentren des "regno".
Die "göttliche Küste" beginnt in Vietri sul Mare, das den Golf von Salerno dominiert und durch seine Keramik weltberühmt ist; von weitem hebt sich die mit farbigen Majoliken besetzte Kuppel der Kirche von San Giovanni Battista gegen den blauen Himmel ab. Eng an die Felsen gedrängt, schlängelt sich die "Costiera", wie die Amalfiküste von ihren Einwohner schlicht genannt wird, am Meer entlang. Kleine Fischerdörfer, die sich in den Sommermonaten mit Touristen füllen, dämmern in den Wintermonaten leise vor sich hin. Aber da sind die bekannten Orte, die der Amalfiküste zu internationalem Ruhm verholfen haben: Amalfi, vom 9. bis 12. Jh. mächtige Hauptstadt der ältesten Seerepublik Italiens, mit seinem Duomo, dessen Treppe steil in ein irdisches Paradies hinaufzuführen scheint und das mit seinen verwinkelten Gassen und weißgetünchten kleinen Häusern eine orientalisch angehauchte Atmosphäre verbeitet; ein Bootsausflug führt in die Grotta dello Smeraldo, die ihrem Namen alle Ehren macht! Bergan führt die Strasse nach Ravello, ruhig, gediegen und souverän thront es auf 350m Höhe über den Tälern der beiden Sturzbäche Dragone und Reginna und schenkt seinem Besucher ein unvergessliches Panorama! Namhafte Künstler und Schauspieler haben sich ihre Inspirationen in dieser Umgebung geholt. Der Garten der Villa Rufolo regte Richard Wagner zur Komposition seines Parsifals an. Positano ist mit Sicherheit der schickste Ort der "Amaliitana". Das in den 1920er Jahren von Intellektuellen und Künstlern entdeckte stille und bescheidene Fischerdorf wurde schnell berühmt (und teuer!), als es in den 1950er Jahren von der internationalen Filmelite zum bevorzugten Urlaubort auserkoren wurde. Wie übereinander an den Hang geklebte, pastellfarbene Schächtelchen wirken die kleinen Häuser, in denen exklusive Boutiquen, Feinschmeckerrestaurants und Fünf Sterne-Hotels Platz gefunden haben. Die "Moda Positano" war in den 1960er Jahren zeichengebend für viele Stylisten. Doch noch soviel Jet-Set konnte dem Charme Positanos glücklicherweise keinen Abbruch tun, und wer sich den Luxus leisten kann, den Ort in der Vor- und Nachsaison zu besuchen, wird seine Schönheiten in vollen Zügen genießen können, Was im übrigens für die ganze Amalfiküste gilt!
Im 18. Jh. war Neapel eine der schillerndsten Metropolen Europas und ein "Muß" für intellektuelle Reisende auf "Grand Tour" in Italien. Das "Sehnsuchtsland" Arkadien, 1787 zum ersten Mal von Herder in seinem Gedicht "Angedenken an Neapel" auf die italienische Landschaft bezogen verwendet, war im 18. Jh. in dieser Deutung Allgemeingut geworden. Heute ist Neapel, die Stadt Parthenopes, eine der Sirenen, die sich gleich ihrer Schwestern aus unerfüllter Liebe zu Odysseus in die Meeresgründe hinabstürzte und seither über das Schicksal der Stadt wacht, der sie ihren Namen verlieh, der Inbegriff süditalienischer Lebensart.
Ein farbenfrohes Strassenlabyrinth, lärmende "piazze", auf denen jung und alt durcheinanderwirren, malerische alte Stadtviertel, in denen sich Wäscheleinen von Gasse zu Gasse spannen und kleine Bastkörbe von Balkonen zum Einholen des Einkaufs hinabgelassen werden, der elegante Jachthafen und die lichtdurchflutete Galleria Umberto I. mit ihren luxuriösen Boutiquen ... die imposante Piazza Plebiscito, das Wohnzimmer Neapels, Spaccanapoli mit dem Konvent von Santa Chiara, der Duomo San Gennaro, der Palazzo Reale, das Real Teatro San Carlo, das Quartiere Spagnoli, Capodimonte, das Museo Nazionale Archeologico, Castel dell`Ovo, Via Chiaia, der Vomero, Castel Sant`Elmo, Mergellina, Posillipo ... neapolitanische Spaziergänge durch eine Stadt voller Kontraste, in der die Beherrschung der "l`arte di arrangiarsi" nicht nur Lebenskünstlern vorbehalten ist.
Die Gegend von Caserta bis Capua ist Zeugnis der bedeutenden historischen Vergangenheit Italiens, in der Griechen, Römer, Sanniten, Byzantiner, Normannen und Bourbonen die Hauptrolle spielten. Mitten in der Campania Felix, dem Glücklichen Land, wie die Römer dieses Gebiet jenseits des Flusses Volturno nannten, liegt die berühmte "Reggia di Caserta". Karl III. von Bourbon ließ 1752 den Grundstein zu diesem größten absolutistischen Herrschaftssitz Europas legen, in dem Wunsch, das Versailles seines Urgroßvater, des Sonnenkönigs Ludwig XIV., zu übertreffen. In Luigi Vanvitelli hatte er den geigneten Baumeister gefunden, um seine ehrgeizigen Pläne umzusetzen. 22 Jahre dauerte die Realisierung des 45tausend Quadratmeter großen, rechteckigen und fünfstöckigen Gebäudes mit vier Innenhöfen, um das sich der ebenfalls von Vanvitelli entworfene Park zieht. Die Hauptfassade zieren drei Eingänge, zwei Türen und 243 Fenster, und in seinem Innern beherbergt der Prachtbau 1220 Räume! Sehenswert die mit zahlreichen Skulpturen geschmückten Brunnen!
Die Entdeckung der dorischen Tempelstadt Paestum im Jahre 1754 und die 1738 und 1748 vom Bourbonenkönig Karl III. von Neapel verfügten Ausgrabungsarbeiten in Ercolano und Pompei lockten im 18. Jh. die Reisenden - auf "Grand Tour" in Italien - in die Regionen um Neapel. Neapel selbst war neben Rom, Florenz und Venedig seit der Renaissance ein begehrtes Ziel abendländischer Kunstexperten gewesen. Die Geschichte Pompeijs steht im Schatten des Vesuvs. Der Ausbruch des Vulkans im Jahre 79 n.Chr. bedeutete nicht nur die Zerstörung einer belebten und florierenden Stadt, sondern auch das Ende einer antiken Kultur und Kunst, die sich seit Pompeis Gründung im VII. Jh. v. Chr. entwickelt hatte. Überreste von Häusern, Gärten, Tempelbauten und Villen mit prachtvollen Mosaiken und Wandmalereien zeugen von der glorreichen Vergangenheit der römischen Stadt. Nur wenige Kilometer von Pompei entfernt liegt Torre Annunziata, Ausgangspunkt für die Besteigung des Vesuvs. Aber nicht nur: Die Villa Oplontis aus dem 1. Jh. v.Chr. verdient eine Besichtigung. Weiter in Richtung Neapel kommt man nach Herkulaneum. War Pompei eine pulsierende Stadt mit wirtschaftlicher, kultureller und religiöser Bedeutung gewesen, diente Ercolano den reichen Familien als Sommeresidenz. Reichhaltig geschmückte Patriziervillen und Stätten, die Spiel und Sport gewidmet waren, charakterisieren die antike römische Stadt. Im Vesuvausbruch 79 n.Chr. von einer dicken Schlamschicht bedeckt, konnten sich viele dieser Gebäude mit ihren Mosaiken, Fresken und teilweise sogar kunstvollen Holzbauten erhalten, heute großteils im Archäologischen Nationalmuseum in Neapel zu bestaunen. Vor Ort zu bewundern das überraschend intakte und nach fast modernen architektonischen Prinzipien erbaute "Casa dell`Atrio a mosaico", das zweistöckige "Casa del Tramezzo di Legno" und das "Casa dei Cervi" mit seinen herrlichen Mosaikfußböden, die von Hunden bedrohte Hirschrudel darstellen.
Im 18. Jh. stellte diese mit Ruinen reiche Vulkanlandschaft westlich des Vesuvs eine der wichtigsten Etappen Kunst- und Kulturbeflissener unterwegs auf "Grand Tour" in Richtung Süden. Die Campi Flegrei, die "brennenden Felder", mit dem Anfiteatro Flavio von Pozzuoli, der dampfenden Solfatara, dem Serapis-Tempel, der einst malerischen Rione Terra, der heute die wichtigsten Sanierungsarbeiten gelten, das archäologische Museum von Baia und die Ausgrabungsstätten mit der Sibyllengrotte von Cuma ... als die Griechen im 8. Jh.v.Chr. Cuma gründeten, war dies die erste griechische Stadt auf italienischem Boden; von "Kyme" aus gründeten sie später Parthenope und Neapolis, Vorläufer des heutigen Neapels. Schrieb Johann Wolfgang Geothe auf seiner Italienische Reise am 1. März 1878 über die Faszination dieser Gegend:"Eine Wasserfahrt bis Pozzuoli, leichte Landfahrten, heitere Spaziergänge durch die wundersamste Gegend von der Welt ..."
Vieler Worte braucht es nicht, um die Inseln des Golfes von Napoli anzupreisen: Ischia, wegen seiner Thermalquellen schon bei den Römern vor 2000 Jahren beliebt, Capri, vielgerühmt in aller Welt als irdisches Paradies nicht nur seiner "Grotta Azzurra" wegen und alljährliches Ziel des internationalen Jet-sets und das kleine Procida, das sich unter den drei Inselschwestern als die ruhige und besinnliche einen Namen gemacht hat. Der berühmte Film "Il postino", der die Jahre Pablo Nerudas im italienischen Exil erzählt, wurde hier gedreht. Schiffe und Fähren zu den drei Inseln legen in Salerno, Neapel und in Sorrent ab, im Sommer verbindet die "Metrò del Mare" mehrere Häfen des Cilento mit Capri.
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